Fahrt nach Kaapstad

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Fahrt nach Kaapstad

Die Überschrift ist natürlich nicht falsch geschrieben ... 😉 "Kaapstad" ist die Schreibweise in Afrikaans. Das lustige ist nämlich, dass man hier die meisten Wegweiser zwar auf "Cape Town" lauten, sich aber zwischendurch immer mal wieder Schilder in der Landesschreibweise einreihen. Da muss man als Tourist flexibel sein.

In der Früh um sieben, noch bevor wir die Lodge verlassen geht es noch zur Erdmännchen-Safari. Neben den Erdmännchen sehen wir auch noch ein paar andere Tiere, aber die Erdmännchen selbst sind schon das Highlight. Wirklich süß, die kleinen Nager.

Danach fahren wir zurück in die Lodge zum Frühstück und machen uns auf den Weg. In Kapstadt erwartet uns dann ein hoffentlich tolles Apartment, welches wir für die letzten fünf Nächte beziehen werden.

Unsere Strecke führt über die Router 62. Uns begegnen unterwegs ein paar Strauße am Straßenrand. Und die Landschaft um uns rum ist wirklich atemberaubend. Eigentlich müsste man ständig einen Fotostopp machen, aber dann kämen wir vermutlich nie in Kapstadt an. Trotzdem halten wir natürlich ein paar Mal an, um den wundervollen Ausblick zu genießen.

Später geht es dann zurück auf die N2, wobei dieser Teil der N2 nicht mehr zur Garden Route im engeren Sinne gehört. Wir sind jetzt umgeben von Flächen, die wohl überwiegend landwirtschaftlich genutzt werden. Kein Vergleich mehr mit der Schönheit der Garden Route. Und ständig laufen am Straßenrand hühnerähnliche Vögel herum, bei denen man Angst haben muss, dass sei sich in selbstmörderischer Absicht vors Auto werfen. Es geht aber alles gut.

Bei Botrivier biegen wir dann links ab auf die R43 und später auf dir R44. Wir wollen bei Bettys Bay die Afrikanischen Pinguine besuchen. Bettys Bay gilt als Geheimtipp. Pinguine kann man natürlich auch am berühmten Boulders Beach anschauen, aber hier soll man auf weniger Menschenmassen treffen.

Der Felsenstrand ist in das Stony Point Nature Reserve eingebettet und nur über Stege erreichbar. Wir haben wirklich Glück, da hier nur bis 16 Uhr geöffnet ist. Jetzt ist es gerade 15:15 Uhr. Neben den Pinguinen sehen wir wieder unsere Freunde, die Klippschliefer, und hunderte von Bank Cormorants (Uferkormoranen). Die Pinguine sind bei uns auch als Brillenpinguine bekannt. Sowohl die Pinguinpopulation als auch die Kormorane sind vom aussterben bedroht. Das kann man sich angesichts der Massen von Vögeln, die es hier gibt, zwar gar nicht vorstellen, aber die wenigen Strandabschnitte in Südafrika gehören wohl zu den einzigen Orten, an denen die Tiere noch leben.

Im Anschluss essen wir noch einen Happen - wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr gegessen - und fahren dann weiter nach Kapstadt. Es ist mittlerweile fast 17 Uhr und wir haben noch knapp anderthalb Stunden Fahrt vor uns. Der Weg führt uns entlang einer wunderschönen Küstenstraße.

Wenn man mit dem Auto nach Kapstadt kommt, dann meist aus östlicher Richtung kommend über die N1 oder wie wir über die N2. Das Zentrum von Kapstadt ist direkt an der Küste gelegen. Die Stadt selbst erstreckt sich in Richtung Osten dutzende Kilometer ins Hinterland. Und dieses Hinterland ist geprägt von den Township-Siedlungen, in denen der ärmste Teil der Bevölkerung lebt und leben muss. Hier reihen sich tausende und abertausende von Wellblechbaracken aneinander und Kinder und Jugendliche spielen teilweise auf den wenigen Grünstreifen direkt neben der fünf- und sechsspurigen Autobahn. Strom muss hier mit Prepaid-Karten im Voraus bezahlt werden. Welche Hütten hier legal errichtet wurden und welche illegal weiß vermutlich niemand mehr. - Ein sehr trauriger Anblick der zum Nachdenken anregt.

Später erreichen wir dann unser Appartement 43 on B im Bezirk Seapoint (43 ist die Hausnummer in der Main Road und das B ein Hinweis, dass das Apartment an der Ecke Bellevue Road liegt). Der Kontrast zu den zuvor beschriebenen Townships könnte nicht größer sein, wie mir jetzt beim Schreiben auffällt. Wir wohnen die letzten fünf Nächte in einer komplett eingerichteten Wohnung im 7. Stock inklusive Küche, Waschmaschine, zwei Schlafzimmern, zwei Bädern einem Wohnzimmer und einem großen Balkon mit Blick auf den Lion's Head Peak.

Da wir erst mit viel Verspätung "zu Mittag" gegessen haben, streichen wir das Abendessen, setzen uns noch auf den Balkon und lassen den Tag ausklingen.