Natur pur

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Natur pur

Heute ist wieder frühes Aufstehen angesagt, Um kurz vor Fünf quälen wir uns aus den Betten. Kurz vor Sonnenaufgang, zehn Minuten vor Sechs, geht es los. Gleich zu Beginn kreuzen die ersten Giraffen unseren Weg. Danach ist es erst einmal ziemlich ruhig. Bis auf die allgegenwärtigen Impalas kommt länger nichts.

Dann treffen wir erneut auf eine kleine Herde Giraffen, die bei unserem Anblick fluchtartig das weite sucht. - Naja, wir schauen wahrscheinlich auch noch gruselig unausgeschlafen aus. 😉

Wir befinden uns auf dem Weg zum Fluss des Reservoirs. Dort hoffen wir, auf einige Tiere zu stoßen, bevor es zu heiß wird und sie sich wieder im Schatten verkriechen.

Am rechten Wegrand taucht plötzlich ein riesiger Elefantenbulle auf. Lloyd erklärt uns, dass er diesen Bullen kennt und mit ihm nicht zu Spaßen sei. An den tränedenden Augen erkennt man wohl, dass dieser Elefant sehr viel Testosteron produziert und damit ziemlich agressiv ist. Lloyd nennt den Bullen daher auch "Grumpy". Er hatte mit ihm schon unangenehme Begegnungen, bei denen er auch bedroht wurde und erklärt uns, was im Falle eines Angriffs zu tun ist. - Tatsächlich ist wegfahren nur die zweitbeste Option, da der Elefant sonst lernt, dass der damit Menschen und Autos vertreiben kann. Man muss den Elefanten energisch anschreien und viel Lärm machen, um ihn zu beeindrucken. - Grumpy ist aber gerade dabei einen ganzen Baum zu verspeisen und daher an uns nicht sehr interessiert.

Nach einer kurzen Rast und einem kleinen Snack am Fluss machen wir uns wieder auf den Rückweg.

Die erhofften Tiere wir leider nicht so zahlreich an. Allerdings sehen wir eine Riesenechse und eine ganze Reihe wunderschöner bunter Vögel. Die zu fotografieren ist eine Wissenschaft für sich. Sie sind verdammt schnell und meistens weit weg.

Gegen neun Uhr erreichen wir wieder unsere Lodge. Dort erwartet uns ein ausgiebiges und leckers Frühstück und ein paar Minuten später gesellt sich eine Herde Elefanten von etwa zwanzig Tieren zu uns. Da die Lodge nicht eingzäunt ist, laufen die Elefanten teilweise auf den Wegen zwischen den Zelten. Sie wissen, dass sie hier an der Wasserstelle etwas zum Trinken finden. Das Ganze ist ein großartiges Spektakel und wahnsinnig eindrucksvoll.

Um 12 Uhr treffen Freunde von Kyla und Lloyd ein, die ab Montag deren Job als Urlaubsvertretung übernehmen. Die beiden Essen gemeinsam mit uns um 14 Uhr zu Mittag (wo uns erneut Elefanten besuchen) und um 15 Uhr brechen wir dann alles zusammen zur nächsten Tour auf.

Diesmal queren wir den Fluß sogar. Am Flußufer entdecken wir (sehr gut versteckt) ein paar Löwenweibchen. Allerdings auf die große Entfernung kaum zu erkennen.

Die weitere Fahrt auf der anderen Seite des Flusses ist dann wie ein Sechser im Lotto. Wir treffen auf eine der extrem seltenen Rappen-Antilopen. Selbst Kyla, Lloyd und deren Freunde haben diese nur extrem selten gesehen. Sie sind sehr scheu und vom Aussterben bedroht.

Und kurz darauf dann gleich ein weiteres Highlight. Ein Gepard hat wohl nur wenige Augenblicke zuvor auf dem Weg vor uns ein Impala erlegt. Er ist noch völlig außer Atem und Lloyd stoppt sofort den Wagen. Leise erklärt er uns, dass der Gepard direkt nach der Jagd noch im Blutrausch ist und seine Beute gegen alles absichert, was sich nähert. Daher warten wir zuerst ein paar Minuten und beobachten, wie der Gepard das Impala vom Weg zerrt. Etwas später wagen wir uns näher heran und können den Geparden aus nächster Nähe beobachten. Ein ebenso spannendes Schauspiel wie schon tags zuvor bei den Löwen. Wie man auf den Fotos erkennen kann, werden diese Tiere tatsächlich auch per Tracker überwacht.

Danach machen wir am Fluss Rast und erleben den nächsten tollen Sonnenuntergang. Der Himmel ist für kurze Zeit blutrot.

Glücklich und zufrieden geht es danach zurück zu unseren Lodges und auch diesmal findet Lloyd immer wieder bei stockdunkler Nacht Tiere im Unterholz.

Und so kommt es dann auch noch zu einer weiteren aufregenden Begegnung. Während wir auf der rechten Seite Ausschau nach einem Bush Baby halten (auch als Galago bekannt), knackt es auf der linken Seite plötzlich laut. Im Scheinwerferlicht der Taschenlampe ist erneut unser Grumpy vom Vormittag zu erkennen. Und diesmal ist er auch wirklich schlecht gelaunt und bedroht uns direkt. Als er auf unser Auto zustürmt beginnt Lloyd - wie er uns erklärt hatte - viel Lärm zu machen. Er lässt den Motor aufheulen, trommelt auf die Motorhaube und brüllt den Elefanten an. Und tatsächlich zeigt sich dieser davon beeindruckt und weicht wieder zurück. Wir provozieren ihn dann auch nicht weiter und machen uns wieder aus dem Staub. Bis zur Lodge passiert dann auch nichts Aufregendes mehr, aber das war ja auch mehr als genug.

Abends gibt es BBQ und wir sitzen noch gemütlich zusammen. Schade, dass wir diesen wundervollen Ort morgen schon wieder verlassen müssen.

Gähn! Müde! Bett!