Bo-Kaap und Tafelberg
Unser letzter kompletter Tag in Kapstadt liegt vor uns. Leider! - Es gäbe noch so viel zu entdecken.
Ein ganz wichtiger Programmpunkt fehlt aber noch. Wir können Kapstadt natürlich nicht den Rücken kehren, ohne das Wahrzeichen, den berühmten Tafelberg, besucht zu haben. Bilder der Skyline ohne Tafelberg gibt es wahrscheinlich nicht. Meist liegt dieser auf dem Gipfel in einem Wolkenschleier, aber heute ist bereits der zweite Tag in Folge, wo wir das Glück haben, kein Wölkchen am Himmel, ... äh Gipfel, zu sehen.
Bevor wir allerdings dorthin fahren, fällt mir in der Früh noch ein, dass wir ganz vergessen haben, die bunten Häuser von Bo-Kaap zu besuchen. Und da das Viertel Gott sei Dank auf dem Weg liegt, planen wir das spontan noch ein.
Mit dem Auto sind es nur etwa zehn Minuten nach Bo-Kaap. Wir stellen es ab, und wandern ohne Ziel drauf los. Das Viertel wird überwiegend von Muslimen bewohnt, was auch die zehn Moscheen erklärt, die sich auf die etwa einen Quadratkilometer große Fläche verteilen. Und es erklärt sicher auch die vielen Schriftzüge mit "Free Palastine" oder "Free Gaza", die man vor und an den Häusern sehen kann.
In vielen der Gebäude sind kleine Ausstelllungen untergebracht, in denen verschiedene Künstler ihre Arbeiten zum Kauf anbieten. Das Angebot ist sehr abwechslungsreich und oft auch wirklich sehenswert. Und man findet an gefühlt jeder Ecke die bunt hergerichteten Häuser als tolles Fotomotiv. Oft sind sogar die Blumentöpfe vor den Haustüren passend angemalt.
Wir haben sehr viel Glück, weil das Viertel in den Wintermonaten wohl viel weniger überlaufen ist, wie im heißen Sommer. Die Inhaberin einer Fotogalerie erzählt uns, dass hier im Sommer oft mehr deutsch auf den Straßen zu hören ist, als andere Sprachen. Gott sei Dank sind wir jetzt da und nicht wenn alle anderen auch da sind.
Mittags wollen wir in Bo-Kaap in ein kleines indisches Restaurant gehen, welches uns von außen anlacht. Womit wir allerdings nicht gerechnet haben ... Mimi's Kitchen betreut seine Gäste im Privathaus. Wir werden in ein kleines Wohnzimmer geführt, mit direkt anschließender Küche und werden dort bekocht. Neben dem Tisch im Wohnzimmer gibt es noch zwei kleine Tische vor dem Haus, allerdings ist es zu kalt zum draußen sitzen.
Die Speisekarte von Mimi's Kitchen besteht aus drei Hauptgerichten, alle original indisch. Die Gastfreundschaft ist wirklich bemerkenswert und unser Essen ist super lecker..Schaut unbedingt in Mimi's Kitchen vorbei, wenn ihr in Bo-Kaap seid!
Jetzt geht es aber endlich zum Tafelberg. Von Bo-Kaap aus sind das wieder nur ein paar Minuten. Wir müssen nicht lange anstehen, da wenig los ist. Im südafrikanischen Sommer ist aber sicher ein Online-Ticket die bessere Wahl. Man muss nur aufpassen, weil bei Online-Bestellungen eine SMS versandt wird. Daran sind wir gescheitert, da wir unsere deutschen SIM-Karten im Handy durch Prepaid-Karten mit reinem Datenvolumen ersetzt haben.
Es geht mit der 360-Grad Panoramaseilbahn auf etwas über tausend Meter. Während der steilen Auffahrt dreht sich das innere der Seilbahn einmal herum, so dass jeder in alle Richtungen einen guten Blick ergattern kann. Die Auffahrt dauert nur drei bis vier Minuten. Oben angekommen bietet sich ein phantastischer Blick auf Kapstadt.
Das Plateau des Tafelberges ist ebenfalls als Nationalpark eingerichtet. Man könnte es auch als größten Steingarten der Welt bezeichnen. Was hier auf und zwischen den Felsen wächst, ist unglaublich. Wir sehen viele Echsen, die wir natürlich nicht genauer zuordnen können und treffen auch wieder auf unsere Freunde, die Klippschliefer.
Ein besonders skurriles Schauspiel ist die Wolkenbildung. Wir sind bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel gestartet. Innerhalb von fünf Minuten ziehen sich über dem Berg plötzlich die Wolken zusammen und wir befinden uns in dichtem Nebel. Weitere zehn Minuten später verschwinden die Wolken wieder ins Nichts.
Auf dem Rückweg fahren wir noch am Strand von Camps Bay vorbei. Das liegt quasi auf dem Weg. Wir wagen uns nah an die Wellen, etwas zu nah sogar. Vor einer großen Welle gibt es kein entkommen mehr und unsere Schuhe und Hose sind klitschnass. Macht aber nix, hat trotzdem Spaß gemacht. 😃
Abends probieren wir mexikanisch aus. Das ist dann unsere zweiter kleiner Missgriff. Sabine findet leider wortwörtlich das Haar in der Suppe bzw. Speise. 🙁
Alles in allem nochmal ein wundervoller Tag, bevor morgen unser Flug zurück geht.